Der blutrote seidene Vorhang hebt sich:

„Stirb du widerwärtiger Bastard!“, schrie David heraus und trieb das blutige Messer, das in seiner rechten Hand ruhte, in den zitternden Leib des unglückseligen Mannes, der vor ihm gefesselt dalag und von alten Seilen in eine Position gezwungen wurde, die einem Schwein glich, dass zur Schlachtbank geführt wurde. Der Leib des Mannes war von zahllosen Schnitten gezeichnet und das blanke Entsetzen wie der unbeschreibliche Schmerz wanden sich wie Schlangen um seinen kreuchenden Körper.

„Bitte ich…Es tut mir leid…“, noch bevor er diesen Satz beenden konnte, grub sich die rostige Klinge des Messers in das Herz des um sein Leben flehenden Sünders. Tiefer und tiefer glitt die Schneide von Rache befeuert und sich nach dieser verzehrend, schien sie keinen Halt zu kennen wie ein Nimmersatt ihre Beute zermalmend.

Kichernd brach David vor dem geschundenen Fleischberg, der noch vor wenigen Augenblicken als Gefäß eines menschlichen Teufels gedient hatte, zusammen.

Schluchzend ließ er das Instrument, das ihm bis zu diesem Zeitpunkt mehr als gute Dienste gleistet hatte, zu Boden fallen und stieß seine blutbefleckten Handflächen gegen seine schweißgetränkte Stirn. Er konnte nicht glauben, was er soeben vollrichtet hatte. Er hatte das Leben aus diesem Schandfleck eines Menschen getrieben, wie ein Hirte seine Schafe von der Weide in den Stall.

Langsam wogte er vor und zurück. Tränen rannen seine eingefallenen Wangen herab. Doch verspürte er keine Reue für seine Tat. Noch verspürte er Trauer um den Tod dieses Bastards. Was er verspürte war ein unaussprechliches Gefühl der Befriedigung, als die Tränen von seinem Kinn liefen und seinen Schoß benetzten. Er weinte nicht um diesen Tod, er weinte um sich und seine Frau. Was er getan hatte nur ihr gegolten.

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